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Pressemeldung der Wormser Zeitung vom 01.09.2000:

Per "cam" ins Backfischfestherz

Festpage im Internet hat regen Zulauf / Seit 1. August mehr als 10 000 user

Irgendwo zugucken, wo Menschen zugange sind, ist immer spannend. Der moderne „user“ guckt allerdings nicht mehr selbst, er lässt gucken: per „web-cam“. Was Big Brother oder Latenight-Talker Dirty Harry ihren Fans im „web“ ermöglichen, können Wormser allemal. In diesem Jahr ist es erstmals möglich, per „site“ ins Herz des Backfischfestes zu gucken, in den Wonnegauer Weinkeller, wo Freunde, Bekannte und Wormser überhaupt gesellig schwofen, aber vor allem eins tun: dem Gott Bacchus huldigen. Ermöglicht haben den Net-Blick zwei Firmen: internet-connect aus Eich und die Wormser Druckerei Bollinger.

„Die Idee dazu“, erklärte Hans Mitzel von „Bollinger“, „kam mir und meinem Kollegen vor drei Jahren“. Die Fest-Fans und Internet-Spezialisten wollten den Höhepunkt des Wormser Jahres „international“ werden lassen, rasch war die Idee umgesetzt. 1998 gab´s erst mal Daten und Fakten, ein Jahr später schon Pläne und Umzugs-Routen, im Milleniumsjahr schließlich glänzt die Backfischfest-rote Site mit Buntheit, Bewegung, viel Spaß und witzigen Ideen. Bislang haben sich mehr als 10000 User angeschaut, was es rund ums Fischfest zu entdecken gibt. Wer ganz praktische Infos sucht, wird fündig: Buspläne gibt´s, jedes Büdchen und Fahrgeschäft kann angeklickt werden, Bilder vom Zug sind eingescannt, abrufbar ist auch die komplette Wein- und Sektkarte des Weinkellers.

Doch wer ein echter Backfischfest-Fan ist, dem geht es nicht ums Praktische. Durchhalten ist gefragt, Feierlaune und vor allem eines: alte Freunde treffen. Auch hierzu gibt es ein Angebot auf der Page: Im Dating Board ist Suchen und Finden möglich – aber auch einfach nur gucken und schmunzeln. Da sucht doch tatsächlich ein „Tom von Worms“ eine Frau, heute will er sie treffen, hinterm Weinzelt, im „Tote-Hosen-T-Shirt“ - das lässt hoffen

Und dass die Wormser eher durchhalten, als aufgeben, zeigt die Blitzumfrage: Da geben doch nur 8,24 Prozent an, dass sie nach umfänglichem Feiern zu spät zur Arbeit kommen – fast 50 Prozent behaupten dagegen Nibelungenfest, dass „Herausforderungen“ und kein Urlaub sein müssen“.

Auch Trauriges gibt´s zu lesen: Da bedauern es Ehemalige und Wormser aus aller Welt im Gästebuch, dass sie nicht kommen können zum Fest der Feste, Grüße gibt´s zu lesen aus den USA, aus Kanada, Österreich – und Pfeddersheim.

Bis zum 30. September bleibt die page noch im Netz, und danach denken die beiden Initiatoren schon über Neues fürs kommende Jahr nach. So soll es mehr web-cams geben, vielleicht auch bewegte Bilder von Fahrten auf der Achter-Bahn, und vielleicht wird sogar eine Wahl der Internet-Miss-Backfisch angeboten

Hinweis: Dieser Artikel ist © copyright 2000 Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG

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