Irgendwo zugucken, wo Menschen zugange sind, ist immer spannend.
Der moderne „user“ guckt allerdings nicht mehr selbst, er lässt
gucken: per „web-cam“. Was Big Brother oder Latenight-Talker Dirty
Harry ihren Fans im „web“ ermöglichen, können Wormser allemal. In
diesem Jahr ist es erstmals möglich, per „site“ ins Herz des Backfischfestes
zu gucken, in den Wonnegauer Weinkeller, wo Freunde, Bekannte und
Wormser überhaupt gesellig schwofen, aber vor allem eins tun: dem
Gott Bacchus huldigen. Ermöglicht haben den Net-Blick zwei Firmen:
internet-connect aus Eich und die Wormser Druckerei Bollinger.
„Die Idee dazu“, erklärte Hans Mitzel von „Bollinger“, „kam mir
und meinem Kollegen vor drei Jahren“. Die Fest-Fans und Internet-Spezialisten
wollten den Höhepunkt des Wormser Jahres „international“ werden
lassen, rasch war die Idee umgesetzt. 1998 gab´s erst mal Daten
und Fakten, ein Jahr später schon Pläne und Umzugs-Routen, im Milleniumsjahr
schließlich glänzt die Backfischfest-rote Site mit Buntheit, Bewegung,
viel Spaß und witzigen Ideen. Bislang haben sich mehr als 10000
User angeschaut, was es rund ums Fischfest zu entdecken gibt. Wer
ganz praktische Infos sucht, wird fündig: Buspläne gibt´s, jedes
Büdchen und Fahrgeschäft kann angeklickt werden, Bilder vom Zug
sind eingescannt, abrufbar ist auch die komplette Wein- und Sektkarte
des Weinkellers.
Doch wer ein echter Backfischfest-Fan ist, dem geht es nicht ums
Praktische. Durchhalten ist gefragt, Feierlaune und vor allem eines:
alte Freunde treffen. Auch hierzu gibt es ein Angebot auf der Page:
Im Dating Board ist Suchen und Finden möglich – aber auch einfach
nur gucken und schmunzeln. Da sucht doch tatsächlich ein „Tom von
Worms“ eine Frau, heute will er sie treffen, hinterm Weinzelt, im
„Tote-Hosen-T-Shirt“ - das lässt hoffen
Und dass die Wormser eher durchhalten, als aufgeben, zeigt die
Blitzumfrage: Da geben doch nur 8,24 Prozent an, dass sie nach umfänglichem
Feiern zu spät zur Arbeit kommen – fast 50 Prozent behaupten dagegen
Nibelungenfest, dass „Herausforderungen“ und kein Urlaub sein müssen“.
Auch Trauriges gibt´s zu lesen: Da bedauern es Ehemalige und Wormser
aus aller Welt im Gästebuch, dass sie nicht kommen können zum Fest
der Feste, Grüße gibt´s zu lesen aus den USA, aus Kanada, Österreich
– und Pfeddersheim.
Bis zum 30. September bleibt die page noch im Netz, und danach
denken die beiden Initiatoren schon über Neues fürs kommende Jahr
nach. So soll es mehr web-cams geben, vielleicht auch bewegte Bilder
von Fahrten auf der Achter-Bahn, und vielleicht wird sogar eine
Wahl der Internet-Miss-Backfisch angeboten
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